29.06.2009

Ein Theaterstück – ganz auf Müll gebaut

Die Informationsmultiplikatoren aus Santa Luzia haben ein Theaterstück verfasst über die Mülltrennung und die Menschen, die davon leben. Den Stoff dazu sammelten sie in ihrem Wohngebiet – und stießen dabei auf zum Teil erschreckende Realitäten.

Vor der Erfahrung auf der Straße stand die Theorie. Um die Jugendlichen auf das Thema einzustimmen, trugen die Peer Educators Cilene, Antônio und Luana mit ihnen zunächst die Grundinformationen aus Filmen und Büchern zusammen.  Mit dem frisch erworbenen Wissen ging die Gruppe dann zur  Sammelstelle „Salve a Natureza“ – Rettet die Natur. Diese Zentrale wurde von Müll-Trennern gegründet, die sich zu einer Kooperative zusammengeschlossen haben. Beim Besuch in der Sammelstelle und den Interviews mit dem Personal erfuhren die Jugendlichen, dass die Arbeit dort zwar weit besser organisiert ist als in privaten Betrieben, es aber auch bei ihnen an Sicherheitsmaßnahmen mangelt.

Die meisten Müll-Trenner haben aus Not eine solche Tätigkeit gewählt, und viele sind bei illegalen Sammelstellen beschäftigt, die sie mies entlohnen und auch nicht vor Kinderarbeit zurückschrecken. Dennoch, so ist von der 30-jährigen Lucilene aus der Kooperative zu erfahren, bevorzugen viele Sammler die illegalen Betriebe. „Es werden immer weniger Materialien zu ‚Rettet die Natur’ gebracht“, klagt sie. „Deshalb wird es auch immer schwieriger, für alle bei uns einen angemessenen Lohn zu erwirtschaften.“ In einem sind sich die Mitarbeitenden in der Kooperative und die anderen Sammler einig: Es wäre eine große Hilfe, wenn die Familien in Santa Luzia den Abfall schon in ihrem Haushalt trennen würden.

Mit den vielen Informationen, die sie bei ihren Recherchen sammeln konnten, hatten die Jugendlichen mehr als genug Stoff beisammen für ihr Theaterstück. Inzwischen haben sie auch  bereits die Proben hinter sich. Die Hauptprobe ging in Roda de Fogo über die Bühne,  mit den dortigen Informationsmultiplikatoren als Publikum, und war ein Erfolg. Im nächsten Semester folgen dann die Auftritte in Schulen und  Treffpunkten der verschiedenen Gemeinden. Die Vorfreude ist groß. Die Zuversicht, dass das Theaterstück Anklang finden wird, ebenfalls.
 
Cilene, Luana und Conceição

Hilfe für Helfende

Die Arbeit der Gruppe AdoleScER hat sich in den letzten neun Jahren ständig weiter entwickelt und vieles in Bewegung gesetzt. Möglich war das nicht zuletzt deshalb, weil wir bei unseren Bemühungen immer wieder auf den Beistand von Helfern und Gönner zählen können.

Die einen setzen sich mit großem Engagement und viel Begeisterung aktiv für AdoleScER ein. Andere unterstützen unsere Projekte finanziell. Ohne diese Beiträge, ließe sich unser anspruchsvoller Auftrag, Kindern und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen durch Bildung neue Perspektiven zu eröffnen, nicht erfüllen.

Wir möchten uns in  diesem Newsletter ganz herzlich bei Friedel Kloke-Eibl  vom Ausbildungsinstitut Meditation des Tanzes in Oberthingau bedanken. Sie hatte  im Oktober 2008 unsere Gruppe in Santo Amaro besucht und seither den Kontakt mit AdoleScER aufrechterhalten. Sie steht uns nicht bloß finanziell bei, sondern steuert auch über unsere Kreistanzinstruktorin Mércia Andrade des Öfteren wertvolle Impulse zu unseren Aktivitäten bei.
Unser Dank richtet sich auch Monika und Wolfgang Dennert, die uns in einer heiklen Projektphase eine Spende zukommen ließen und damit ihr Vertrauen in unsere Arbeit ausdrückten. Ihr Geschenk ist für uns – wie jede andere Form der Unterstützung auch – ein zusätzlicher Ansporn, uns im Rahmen unserer Möglichkeiten immer wieder mit frischem Elan für eine gerechtere Welt einzusetzen.

Das AdoleScER-Leitungsteam

AdoleScER- Tanzgruppe begeistert Philosophen

Einmal mehr war der Auftritt unserer Tanzgruppe ein voller Erfolg. Diesmal schlug sie die Studenten und Professoren des Philosophie-Instituts der Salesianer in Recife in ihren Bann.

Während einer Stunde erfreuten sich die Teilnehmer des  Events an Folklore- und Kreistänzen. Die anfänglichen Hemmungen verschwanden rasch, und nach einer Aufwärmphase tanzten Professoren, Studenten und Jugendliche von AdoleScER fröhlich miteinander.

Die Aufführung war der Auftakt zu einem Seminar über „Erziehung, Friedenskultur und neue Konjunkturen“. Die Jugendlichen präsentierten zu diesem Thema auch ein kurzes Theaterstück, und unsere Pädagogin Conceição Amorim erörterte in einem Vortrag, welchen wichtigen Stellenwert die Friedenserziehung in der Arbeit von AdoleScER hat. Die Darbietungen stießen sowohl bei den Studenten als auch ihren Lehrern auf großes Interesse. Die Jugendlichen ernteten viel Beifall und konnten mit der Gewissheit, wieder ein Stück wirksame Öffentlichkeitsarbeit für AdoleScER geleistet zu haben, nachhause zurückkehren.

Conceição Amorim