Projekt
Fördert das Recht, einfach Kind sein zu dürfen
Die
Gruppe AdoleScER führt in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Rat für Kinder und
Jugendliche in Recife (COMDICA) und der Familie-Ecker-Stiftung aus Deutschland
ein Pilotprojekt durch, in dem Kinder zu Informationsmultiplikatoren
ausgebildet werden. Das Projekt trägt den Namen CriaPaz (Criar=schaffen; Paz=
Frieden). 25 Kinder und ihre Familien aus den Projektstandorten Roda de Fogo
(Stadtteil Torrões) und Santa Luzia (Torre) nehmen daran teil. Ziel ist, durch
die Stärkung des Kinder- und Jugendprotagonismus eine Friedenskultur zu fördern
und die Verletzung der Rechte für Kinder und Jugendliche zu reduzieren.
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Crianças da Comunidade de Santa Luzia – Torre
Foto: Vitor Angelo, AMIN morador da comunidade
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Trotz
einiger sozialer Verbesserungen in den Armenvierteln, sind doch viele Probleme
konstant oder haben sich sogar vermehrt: Generationskonflikte in den Familien,
Patchwork-Konstellationen mit Müttern, die einen neuen Partner haben, Onkel,
Tanten und Großeltern, die auf engstem Raum mit den Kindern zusammenleben,
meist ohne eine präsente Vaterfigur, fördern Konflikte, die ein Leben auf der
Straße geradezu attraktiv erscheinen lassen. Doch dort erwartet die Kinder
andere Formen der Verletzung ihrer Rechte: ohne angemessenen Platz zum Spielen
sind sie dem allerorts anzutreffenden Dreck, Müll, Krach, verfrühter
Erotisierung, Drogenhandel und dem unkontrollierten Internetzugang
ausgeliefert. So entwickeln sie zu früh Interesse an sexuellem Kontakt und
ahmen das gewalttätige Verhalten Älterer
frühzeitig nach. Verunsicherung, Angst und Suchtverhalten sind die logische
Folge.
Andererseits
sind Kinder doch auch eine relativ lange Zeit in der Schule, die alles andere
als entwicklungsfördernd sind: Mobbing, Diskriminierung der Mädchen,
dunkelhäutiger oder besonders armer Kinder, religiöse Intoleranz, fehlende
Infrastruktur für die Pausengestaltung, zu viele Freistunden ohne Angebot
sinnvoller Spiel- und Lernangebote, explizite Gewalt unter den Schüler/innen
und zwischen diesen und den Lehrern lassen die Schulen zu Brutstätten von
Gewalt werden.
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Atividades Artísticas
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Der
Erfolg der langjährigen Peer-Educator-Ausbildung mit Jugendlichen hat die
Gruppe AdoleScER ermutigt, dieses pädagogische Modell auch mit 9 bis 12jährigen
Kindern durchzuführen. Mit ihrem multidisziplinären Team hat sie ein diesem
Alter angepasstes Curriculum ausgearbeitet, das auf dem brasilianischen Statut
für Kinder und Jugendliche basiert, Elemente der Waldorf-Pädagogik enthält und
traditionelle Kinderspiele und –Reigen einbezieht. Themenschwerpunkte der Ausbildung
sind Bürgerrechte, Umwelterziehung, gesunde Ernährung, Informatik und
Friedenskultur.
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Incentivo a Leitura
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Die täglichen Aktivitäten
mit den Kindern werden in den Jugendzentren von AdoleScER in Santa Luzia und
Roda de Fogo durchgeführt. Wichtig ist es dem Team, dass dort eine Atmosphäre geschaffen wird, die die Kreativität und
Spontaneität der Kinder stimuliert, womit für die eigentliche Bildungsarbeit
eine fruchtbare Grundlage geschaffen werden soll. Da diese Kinder zu Hause kaum
spielen dürfen bzw. können, wird ihnen dies in den Zentren so oft es geht
ermöglicht. So lernen die Kinder hier nicht nur theoretische Inhalte, sondern
entwickeln soziale Fähigkeiten, die sie auf ihre zukünftige Aufgabe
vorbereiten, auf andere Kinder zuzugehen und ihnen das Gelernte weiterzuvermitteln.
Einmal
im Monat werden die Eltern der Kinder zu Aktivitäten in den Zentren eingeladen,
damit sie stärker am Leben ihrer Kinder teilhaben, ihre emotionale Bindung gefördert
wird und ihnen menschliche Werte sowie Friedenspraxis nahegebracht werden.
Da
die Schulen ein wichtiges Element im Leben der Kinder sind, werden diese in das
Bildungsprojekt einbezogen: Im Laufe der Ausbildung sollen sie das Gelernte an
die Mitschüler/innen weitervermitteln und ihr kreatives Potential dazu nutzen,
dem Ambiente der Schule ein freundlicheres, mitmenschlicheres Lernen zu
ermöglichen. Selbstverständlich führt das Team von AdoleScER parallel
Aktivitäten der Sensibilisierung der Lehrer/innen, Direktion und des
Verwaltungspersonals durch.
Das
Projekt CriaPaz will weit mehr als nur ein Bildungsprojekt sein, es soll den
Kindern die Möglichkeit geben, ihre Kindheit wirklich leben zu dürfen, ohne die
in den Medien propagierte Infantilisierung zu replizieren. Die „verlorene
Kindheit“ soll wiedergefunden und gleichzeitig eine innovative Art des
gemeinsamen Lernens gefördert werden. Kinder und ihre Familien sollen sich
gemeinsam stark machen, um die Menschen ihrer Lebensumfeldes und ihrer Gemeinde
positiv zu beeinflussen.
Und
so laden wir Sie, liebe Leserin und lieber Leser dazu ein, in das kindliche
Universum einzutauchen und die ersten Videos und Fotografien dieser innovativen
Erfahrung kennen zu lernen.