04.09.2008

Jeder Gemeinde ihr eigenes Logo

Die einzelnen Gemeinden, in denen AdoleScER Standorte aufgebaut hat, haben alle eine eigene Identität. Sie soll durch Logos, die einer unserer Jugendlichen entworfen hat, unterstrichen werden.

Die Logos, die wir Ihnen hier präsentierten, wurden alle von Erickson Marinho Pinto aus Santo Amaro kreiert und in den einzelnen Gemeinden sowie im Leitungsteam von AdoleScER diskutiert und gutgeheißen. Als Anregung für die Gestaltung dienten Namen, Geschichte, Besonderheiten usw. der Gemeinden. Zusätzliche Informationen und Bilder entdeckten wir im Internet.

Keines der Logos wurde fertig gestellt ohne die Zustimmung von mindestens einem Gemeindebewohner. Sämtliche Sujets können nachträglich verändert werden.

Erickson Marinho Pinto

AdoleScER in neuen T-Shirts

Dank einer Sonderspende von Frau Ulli Kissner vom Förderkreis Hochheim konnten wir unsere Kinder und Jugendlichen mit neuen T-Shirts ausstatten. Wir möchten auch Sie an der Freude über das großzügige Geschenk teilhaben lassen.

Sie haben unsere „Uniform“ sicher schon auf Fotos gesehen: das grüne Logo mit großem G, in dem ein Mädchen und ein Junge geborgen sind, alles auf grauem Untergrund. Vielleicht fragen sich einige von Ihnen: wieso eigentlich eine Uniform?

Traditionell haben hier in Brasilien alle Schulen eine eigene Schulkleidung. Bei den öffentlichen wird sie von der Stadt oder vom Land gestellt. Ihr Sinn für die Schüler und Schülerinnen besteht vor allem darin, dass die eigene Kleidung geschont wird, d. h. es nicht zu zusätzlichen Kosten für die Familien kommt. Bei den privaten Bildungseinrichtungen steht eher die Propaganda für die betreffende Schule im Vordergrund, oder positiv ausgedrückt: Es ist ein medienwirksames Instrument, wobei auch hier sicher die einen oder anderen Eltern froh sind, dass das Kleidungsproblem nicht zum täglichen Familienkampf wird. Natürlich dient eine Uniform stets auch der Gruppenidentität.

Für AdoleScER sind alle diese Aspekte wichtig, obwohl uns darüber hinaus auch daran liegt, dass die Kinder und Jugendlichen sich mit der Arbeit an sich identifizieren, sich zugehörig fühlen, in ihrem Wohnumfeld erkannt und auch anerkannt werden – und dazu trägt diese Uniform immens bei. Damit ist den Jugendlichen natürlich die Pflicht und sicher auch die Bürde auferlegt, sich dementsprechend zu verhalten. Manch ein(e) Peer Educator musste sich schon anhören, wie Freunde oder auch Familienmitglieder sie kritisch darauf ansprachen, wo ihre Beispielfunktion bleibe, nur weil sie oder er mal ein Bierchen in der Öffentlichkeit zu sich genommen hat.

Die T-Shirts an Freund oder Familienangehörige zu verleihen oder zu verschenken, geht gegen die Regeln von AdoleScER, eben um diese Identifikation zu gewährleisten. Steigt jemand aus dem Projekt aus, gibt er oder sie das Kleidungsstück AdoleScER zurück.

Besonders wichtig ist die Uniform, wenn unsere Peer Educators in öffentlichen Schulen oder anderen Institutionen Aufklärungsaktivitäten durchführen. Es hilft ihnen, sich und AdoleScER vorzustellen, sie werden wiedererkannt und mit ihrer Aufgabe identifiziert. Es gibt einen weiteren Aspekt, der vor allem den weiblichen Peer Educators am Anfang nicht leicht fällt zu akzeptieren: Sie wollen eigentlich mit ihrer Kleidung, mit ihrer Aufmachung möglichst viel Aufmerksamkeit erregen. Genau das Gegenteil versuchen wir ihnen jedoch klar zu machen: Der Inhalt ihrer Information, ihre Sprache, ihre Haltung muss mehr Interesse bewirken als ihre Kleidung und ihre Aufmachung. Und dafür sind die einfachen, aber ansprechenden T-Shirts genau richtig!

Gunde Schneider

Marsch für freie Fahrt

Ohne Recht auf die Übernahme von Transportkosten können Jugendliche aus sozialen Einrichtungen nicht an Kursen teilnehmen, die sie auf das Berufsleben vorbereiten.

Am 2. September veranstaltete das Sozialforum für Kinder und Jugendliche der Stadt Recife (FOSCAR) eine Demonstration mit Kindern und Jugendlichen verschiedener NRO, die im Parlament mit einer Anhörung und schriftlichen Abgabe ihrer Forderungen endete. Von der Gruppe AdoleScER nahmen die Peer Educators Karla Valéria, Kátia Cristina und Marcelo José aus dem Projektstandort Caranguejo, 13 Kinder und Jugendliche aus dem Programm „Aprender Brincando“ sowie die Pädagogin Lúcia Pimentel teil. Lukas Moser begleitete den Umzug zur Unterstützung und für die Bilddokumentation.

Treffpunkt für die Demonstration war der Park „13. Mai“ im Stadtzentrum, von wo aus die Kinder und Jugendlichen zum nahe gelegenen Gebäude der Abgeordnetenkammer zogen. Vertreten war u. a. die Nationale Straßenkinder-Bewegung sowie folgende Organisationen für Kinder-  und Jugendfürsorge: Lar da Divina Providência, Galpão de Santo Amaro, Semente do Amanhecer, Pé no Chão und Grupo Curumim. Musik und Folkloretänze wie der Maracatu und afro-brasilianische Weisen begleiteten den Umzug.

Mit dieser Kundgebung sollte zum einen die Bevölkerung auf das Problem aufmerksam gemacht werden und zum anderen eine Petition für eine Gesetzesänderung den Abgeordneten der Stadt Recife unterbreitet werden. Zwei Dokumente wurden zu diesem Zweck vorbereitet: ein Ablehnungsschreiben und eine Unterschriftensammlung gegen das Gesetz 14.899/86, das ein Verbot der Aushändigung von Fahrscheinen an Kinder und Jugendliche vorsieht, die an NRO, sozialen Bewegungen und Foren teilnehmen. Dieses Verbot schließt Jugendlichen aus armen Familien praktisch von berufsvorbereitenden Kursen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten und Debatten außerhalb ihres Wohnumfeldes aus, da sie die hohen Transportkosten nicht selbst übernehmen können. An der Spitze des Demonstrationszuges machten die Teilnehmer mit folgendem Spruch auf das Thema aufmerksam: „Mit einem Fahrschein in der Hand garantieren wir das Recht auf Teilnahme“ (was sich in Portugiesisch reimt).

Unsere Jugendlichen betonten, diese Erfahrung, dass alle (rund 110 Jugendliche und Erzieher der verschiedenen Organisationen) in dieses prunkvolle Gebäude mit herein durften und vom Abgeordneten Osmar Ricardo empfangen wurden, für sie wichtig und konstruktiv gewesen sei.

Die Audienz wurde mit dem Versprechen einer Revision des Gesetzes beendet, in dem den von den NRO betreuten Jugendlichen ihr Recht auf kostenlosen Transport zu den für sie wichtigen Veranstaltungen und Kursen garantiert werden soll.

Lúcia Pimentel