Ohne Recht auf die Übernahme von Transportkosten können Jugendliche aus sozialen Einrichtungen nicht an Kursen teilnehmen, die sie auf das Berufsleben vorbereiten.
Am 2. September veranstaltete das Sozialforum für Kinder und Jugendliche der Stadt Recife (FOSCAR) eine Demonstration mit Kindern und Jugendlichen verschiedener NRO, die im Parlament mit einer Anhörung und schriftlichen Abgabe ihrer Forderungen endete. Von der Gruppe AdoleScER nahmen die Peer Educators Karla Valéria, Kátia Cristina und Marcelo José aus dem Projektstandort Caranguejo, 13 Kinder und Jugendliche aus dem Programm „Aprender Brincando“ sowie die Pädagogin Lúcia Pimentel teil. Lukas Moser begleitete den Umzug zur Unterstützung und für die Bilddokumentation.
Treffpunkt für die Demonstration war der Park „13. Mai“ im Stadtzentrum, von wo aus die Kinder und Jugendlichen zum nahe gelegenen Gebäude der Abgeordnetenkammer zogen. Vertreten war u. a. die Nationale Straßenkinder-Bewegung sowie folgende Organisationen für Kinder- und Jugendfürsorge: Lar da Divina Providência, Galpão de Santo Amaro, Semente do Amanhecer, Pé no Chão und Grupo Curumim. Musik und Folkloretänze wie der Maracatu und afro-brasilianische Weisen begleiteten den Umzug.
Mit dieser Kundgebung sollte zum einen die Bevölkerung auf das Problem aufmerksam gemacht werden und zum anderen eine Petition für eine Gesetzesänderung den Abgeordneten der Stadt Recife unterbreitet werden. Zwei Dokumente wurden zu diesem Zweck vorbereitet: ein Ablehnungsschreiben und eine Unterschriftensammlung gegen das Gesetz 14.899/86, das ein Verbot der Aushändigung von Fahrscheinen an Kinder und Jugendliche vorsieht, die an NRO, sozialen Bewegungen und Foren teilnehmen. Dieses Verbot schließt Jugendlichen aus armen Familien praktisch von berufsvorbereitenden Kursen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten und Debatten außerhalb ihres Wohnumfeldes aus, da sie die hohen Transportkosten nicht selbst übernehmen können. An der Spitze des Demonstrationszuges machten die Teilnehmer mit folgendem Spruch auf das Thema aufmerksam: „Mit einem Fahrschein in der Hand garantieren wir das Recht auf Teilnahme“ (was sich in Portugiesisch reimt).
Unsere Jugendlichen betonten, diese Erfahrung, dass alle (rund 110 Jugendliche und Erzieher der verschiedenen Organisationen) in dieses prunkvolle Gebäude mit herein durften und vom Abgeordneten Osmar Ricardo empfangen wurden, für sie wichtig und konstruktiv gewesen sei.
Die Audienz wurde mit dem Versprechen einer Revision des Gesetzes beendet, in dem den von den NRO betreuten Jugendlichen ihr Recht auf kostenlosen Transport zu den für sie wichtigen Veranstaltungen und Kursen garantiert werden soll.