03.04.2009

Herzlichen Dank Werner Veith!

AdoleScER war zwar nicht direkt mit dabei, konnte aber dennoch mitfeiern. Dr. Werner Veith, Direktor von Caritas Darmstadt, wurde am 17. Februar 60 Jahre alt – und beschenkte uns aus diesem Anlaβ.

Zu seinem besonderen Geburtstag hatte er eine außergewöhnliche Idee. Werner Veith bat seine Angehörigen, Freunde und KollegInnen, ihm keine persönlichen Geschenke zu machen, sondern AdoleScER mit einem Beitrag zu unterstützen. Der Vorschlag stieß auf ein sehr positives Echo: Unsere Organisation wurde mit einer beachtlichen Spende bedacht. Wir danken Werner Veith, der AdoleScER bei einem Besuch in Recife im November 2008 persönlich kennen gelernt hatte, ganz herzlich für seine großzügige Geste und wünschen ihm im Nachhinein noch einmal alles Gute.

Das Leitungsteam und die Kinder und Jugendlichen von AdoleScER

Eine eindrückliche Lektion in Naturkunde

Eine Gruppe von AdoleScER war bei der Vorpremiere des Dokumentarfilms “Die Erde” dabei – und tief beeindruckt. Möglich gemacht hatte die Teilnahme Conceição Cavalcanti vom Programm „Künftige Leser“ der Zeitung „Diário de Pernambuco“.

Die Koordinatorin Patricia, der Medienverantwortliche Lukas sowie die Peer Educators Camila, Derivalda und Laércio nutzten die Möglichkeit, den bemerkenswerten Streifen über die Wanderbewegungen von Tieren und ihren täglichen Überlebenskampf auf dem Planeten Erde zu sehen. „Für mich war das ein ganz besonderes Erlebnis“, erzählt Laércio. „Ich war zum ersten Mal in meinem Leben im Kino und ich habe auch zum ersten Mal einen solchen wirklichkeitsnahen Film gesehen. Die Vorführung hat eine Reihe von Gefühlen bei mir ausgelöst. Allein schon im Kinosaal vor einer großen Leinwand zu sitzen und darauf zu warten, dass die Lichter langsam ausgehen, war etwas Spezielles für mich. Und ein Film wie ‚Die Erde’, der uns das Leben vieler Wildtiere auf sehr klare, ja schon fast intime Weise näher bringt, bietet Bildung und Unterhaltung gleichzeitig.“

Auch bei Camila hat der Film einen starken Eindruck hinterlassen. „Er zeigt uns in aller Deutlichkeit, dass auch die Tiere leiden und dass ein großer Teil ihres Leidens durch uns Menschen verursacht wird. Besonders klar ist mir das geworden, als ich sah, wie mühsam Tiere nach Wasser und Nahrung suchen mussten, weil durch die Klimaerwärmung und andere Umweltschäden viele ihrer natürlichen Lebensgrundlagen zerstört worden sind.“  Laércio erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine Szene, in der ein Polarbär einen Seelöwen angriff, obwohl diese Tiere normalerweise keine Jagbeute der Eisbären sind: „Er war sehr hungrig, weil er seit längerem nichts mehr zu fressen gefunden hatte. Auf der Suche nach Nahrung magerte er stark ab und wurde immer schwächer. Dennoch ging er, getrieben von Hunger, verzweifelt auf den Seelöwen los. Doch seine Kraft reichte nicht, um ihn zu erlegen.“

Die Teilnahme an der Vorpremiere war für die Peer Educators auch deshalb wertvoll und wichtig, weil Umwelterziehung im Programm von AdoleScER einen großen Stellenwert hat. Camila würde es sehr begrüßen, wenn die Möglichkeit bestünde, den Film im Rahmen der Umweltaktivitäten auch möglichst vielen Kindern und Jugendlichen von AdoleScER zu zeigen.

Wir danken Conceição Cavalcanti vom Programm „Künftige Leser“ des „Diário de Pernambuco“ ganz herzlich, dass sie uns den Besuch der Vorführung ermöglichte und uns so die Gelegenheit gab, auf sehr anschauliche Weise mehr über das Leben von Tieren in ihrer natürlichen Umwelt zu erfahren.

Lukas Moser

Damit sich alle wohlfühlen

Wer mit jungen Menschen arbeitet, steht immer wieder vor großen Herausforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass Leitungsteam, Fachkräfte und Peer Educators von AdoleScER regelmäßig miteinander über ihre Erfahrungen reden und sich auch um das eigene Wohlergehen kümmern.

Die monatlichen Treffen der Mitarbeitenden unserer Organisation unter dem Titel „Auch denen Sorge tragen, die sich um die anderen sorgen“ sollen Pädagogen und Peer Educators die Gelegenheit geben, zwischendurch einmal nicht die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt ihrer Gedanken und Aktivitäten zu stellen, sondern sich selbst. Solche Atem- und Besinnungspausen sind unentbehrlich im Bildungsbereich. Sie helfen mit, den Alltagsstress zu bewältigen, Ideen und Erfahrungen auszutauschen, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und neue körperliche und geistige Energie zur Bewältigung der vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben in den verschiedenen Quartieren zu gewinnen. Entspannungsübungen, Kreistänze und Meditation spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie Diskussionen über Probleme im Umgang mit schwierigen Situationen oder die gemeinsame Suche nach neuen Lösungsansätzen.

„Bei unserem Treffen im April begannen wir mit Massagen und Kreistänzen“, blickt der Peer Educator Antonio aus Santa Luzia zurück. „Wir bildeten Gruppen mit fünf Personen, eine legte sich hin und die anderen vier massierten sie. So war wirklich für alle gesorgt.“

Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls trug auch das Mittagessen bei. In kleineren oder größeren Gruppen setzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Gedankenaustausch fort, schilderten Erlebnisse aus ihren Standorten und erfuhren, wie Kolleginnen oder Kollegen aus dem Nachbarvierteln mit Schwierigkeiten umgehen. Ein Teil der Themen wurde dann am Nachmittag in der allgemeinen Aussprache vertieft. Antonio wäre es lieber gewesen, wenn der ganze Tag ausschließlich für die „Sorge um die Sorgenden“ zur Verfügung gestanden hätte und nicht auch noch administrative Fragen zu den einzelnen Wirkungsstätten von AdoleScER hätten behandelt werden müssen. Die Peer Educator Cilene aus Santa Luzia ist grundsätzlich gleicher Meinung. „Zudem“, so fügt sie hinzu, „fände ich es gut, wenn die Peer Educators einen Teil der Verantwortung für diese Treffen übernehmen würden, indem sie ebenfalls Aktivitäten anregen und durchführen, die dazu beitragen, dass sich alle wohlfühlen.“

 Mercia Andrade und Conceição Amorim

Ein kurzer, aber intensiver Besuch

Gisela Kloubert und Meinolf Schröder, vom Kindermissionswerk in Aachen wollten sich vor Ort ein Bild über die Arbeit von AdoleScER machen. Obwohl sie nur wenig Zeit hatten, erhielten sie bei ihrem Besuch an unserem Standort Caranguejo einen umfassenden Einblick.

Das Kindermissionswerk unterstützt die Aktivitäten von AdoleScER seit Jahren. Es lag uns deshalb sehr daran, seinen Vertretern einen möglichst breiten Querschnitt von unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu zeigen. Leider hatten Gisela Kloubert und Meinolf Schröder ein dichtgedrängtes Programm und damit verhältnismäßig wenig Zeit für ihren Besuch bei unserer Organisation. Wir konnten ihnen demzufolge nicht alle Standorte von AdoleScER vorstellen und sie mit den Aktivitäten in jedem der von uns betreuten Quartiere vertraut machen. Da die Gäste im Nachbarort Olinda einquartiert waren, wäre es an sich am sinnvollsten gewesen, sie nach Santo Amaro zu bringen. Die Peer Educator Karla Valeria plädierte jedoch für Caranguejo, als der Besuch in der Gruppe diskutiert wurde. Mit gutem Grund: Das Kindermissionswerk unterstützt nicht nur das Projekt von AdoleScER ganz allgemein, es hat darüber hinaus unseren Treffpunkt in Caranguejo finanziert.

„Wir möchten Ihnen zeigen, wie wertvoll dieses Haus für unsere Arbeit ist“, sagte Karla Valeria in einer Gesprächsrunde mit den Besuchern. „Sie sollen sehen, wie wir uns um unseren Treffpunkt kümmern und wie dankbar wir dafür sind.“  Damit dennoch nicht nur von Caranguejo geredet wurde, nahmen auch die Peer Educators Laércio, Elayne und Camila aus Roda de Fogo an der Zusammenkunft teil und schilderten, wie in ihrem Quartier gearbeitet wird und welche Schwierigkeiten dort zu bewältigen sind.

Die Kinder und Jugendlichen in Caranguejo begrüßten ihre Gäste mit einem Kreistanz unter der Anleitung von Marcelo, dem Tanz- und Theaterlehrer von AdoleScER. Obwohl sie eine lange Reise hinter sich hatten und dementsprechend müde waren, reihten sich Gisela Kloubert und Meinolf Schröder spontan unter die Tanzenden ein. Danach setzten sich alle in einen Kreis, und man stellte sich gegenseitig vor. Die Besucher erlebten mit, wie jeweils zu Beginn einer Aktivität eine Entspannungsübung gemacht wird, und begannen dann, den Kindern und Jugendlichen Fragen zu stellen. Der eine oder andere der Kleineren war zwar etwas schüchtern, gab aber dennoch bereitwillig Antwort.

Zum Abschluss ihres Besuchs machten Gisela Kloubert und Meinolf Schröder einen Rundgang durch das Armenviertel und erhielten dabei von Karla Valeria und Marcelo zahlreiche weitere interessante Informationen über das Leben in dieser Gemeinde.

Sowohl die Peer Educators als auch das Leitungsteam von AdoleScER haben sich über den Besuch aus Deutschland sehr gefreut. Das Interesse der Gäste an unserer Arbeit war für uns Bestätigung und Ansporn zugleich. Es gibt uns zusätzliche Energie, den Auftrag von AdoleScER, jungen Menschen in schwierigen Lebensumständen neue Perspektiven zu eröffnen, mit Engagement und Zuversicht zu erfüllen.

Lukas Moser