Der erste Kontakt der beiden Evaluierer mit dem Leitungsteam von AdoleScER fand unmittelbar nach Theos Ankunft in Recife statt – nach einem langen Flug von Deutschland nach Brasilien! Da sowohl Valéria als auch Theo sämtliche Unterlagen zu unserer Organisation bereits eingehend studiert hatten, diente das erste Treffen im Wesentlichen dazu, sich persönlich kennen zu lernen und die Grundinformationen über die Institution und das Projekt zu vertiefen. Es folgte ein sehr intensives Programm: Valéria und Theo besuchten alle Projektstandorte, in denen AdoleScER tätig ist. Sie hatten Gelegenheit, an den Bildungsaktivitäten mit den jugendlichen Informationsmultiplikatoren teilzunehmen und erfuhren in Gesprächen mit den Erzieherinnen und Erziehern, was diese über AdoleScER denken und wie sie sich bei ihrer Arbeit fühlen. Bei einem Gang durch Caranguejo und Santo Amaro sahen die beiden Evaluierer mit eigenen Augen, unter welch schwierigen Bedingungen die Menschen leben, für die sich unsere Organisation engagiert. Valéria und Theo sprachen mit den Direktorinnen zweier öffentlicher Schulen in Santo Amaro und in Santa Luzia. Sie konnten dabei feststellen, dass Kinder und Jugendliche, die bei AdolScER mitmachen, nicht bloß in ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung weiter sind als die anderen Schülerinnen und Schüler. Die Schulleiterinnen bestätigten ihnen auch, dass die Jungen und Mädchen von AdoleScER ihrer Rolle als Informationsmultiplikatoren gerecht werden, also ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Kameraden weitergeben und auf diese Weise dafür sorgen, dass von der AdoleScER-Bildungsarbeit nicht nur die Direktbeteiligten profitieren.
An den beiden Samstag trafen sich Valéria und Theo mit dem Leitungsteam sowie den Erzieherinnen und Erziehern am Hauptsitz. Sie lernten dabei auch eine der Einkommen schaffenden Maßnahmen kennen: ein Picknick für Jugendliche aus den von AdoleScER betreuten Stadtvierteln, das trotz regnerischem Wetter zu einem vollen Erfolg wurde. Alle vergnügten sich im Schwimmbad und stärkten sich mit dem angebotenen Imbiss.
Wichtig und sehr informativ waren die Treffen mit lokalen Autoritäten: Lourdes Sousa vom kommunalen Rat für die Rechte der Kinder und Jugendlichen in Recife, Koordinatorin der NGO Casa Menina Mulher und Vertreterin der Zivilgesellschaft in diesem Rat; Fernando Silva vom Sekretariat für Kinder und Jugendliche der Regierung des Bundesstaates Pernambuco; Janaína Pedrosa, Koordinatorin des Bildungsprojektes für die Rechte der Kinder und Jugendlichen der Organisation CENDHEC (Zentrum Dom Helder Camara für Forschung und Sozialarbeit). Ferner sprachen sie mit Veruska Tavares vom Projekt Urbal, welches das Handbuch “Ausbildung von Peer Educators durch die Gruppe AdoleScER“ mit finanziert.
Die Evaluierungsphase war sehr anstrengend – für alle Beteiligten. Aber die Mühen haben sich gelohnt! Wir haben in diesen Tagen viel gelernt. Die Schlussauswertung mit Valéria und Theo hat uns den Eindruck vermittelt, dass wir auf dem richtigen Weg sind – aber auch immer wieder kleinere oder größere Korrekturen vornehmen müssen.
Gunde Schneider