16.02.2009

Eine Schule tanzt mit AdoleScER

Unsere Peer Educators Cilene und Luana aus der Gruppe von Santa Luzia haben im Februar in der Schule Vila Santa Luzia mehreren Klassen das Frevotanzen beigebracht.

Etwa 100 Knaben und Mädchen besuchten morgens oder nachmittags den Workshop, den unsere Pädagogin Conceição Amorim organisiert hatte. Die Kinder lernten einerseits die Geschichte dieses lokalen Volkstanzes und damit einen wichtigen Bestandteil der regionalen Kultur kennen und sie konnten andererseits einige der über 250 verschiedenen Schritte ausprobieren.  Als krönender Abschluss fand eine Aufführung am Schulkarneval statt.

„Es war eine sehr positive Erfahrung, da ich noch nie Tanzunterricht in einer anderen Organisation erteilt habe“, blickt Cilene zurück. „Es hat Spaß gemacht, die Begeisterung der Kinder zu sehen. Vor allem als wir die kleinen, farbigen Schirme auspackten, begannen alle richtig aufzudrehen. Und sogar diejenigen, die nicht tanzen konnten, haben schließlich den einen oder anderen Schritt gewagt.“

Auch Luana konnte bei diesem Tanzkurs eine Premiere feiern: „Ich war zum ersten Mal für die Choreographie verantwortlich. Diese Aufgabe war nicht einfach, aber sie hat mir allen Schwierigkeiten zum Trotz gut gefallen. Und ich glaube, dass alle Teilnehmer viel Spaß hatten. Diejenigen, die schneller drin  waren, halfen den anderen, die Schritte richtig zu machen.“

Während die Lehrerinnen, die an der Aktivität teilgenommen haben, nach dem Kurs das Pflichtbewusstsein und die Pünktlichkeit von Luana und Cilene hervorhoben, lobten die zwei Peer Educators von AdoleScER die Aufgeschlossenheit und die Anteilnahme der Lehrerinnen. Sogar im Abendunterricht spürten sie noch viel Interesse und Aufmerksamkeit. „Alle Erwachsenen wollten aktiv am Workshop teilnehmen“, erinnert sich Cilene. „Eine Lehrerin hat auch mit mir getanzt. Wir haben Freundschaft geschlossen und damit die Grundlage gelegt für eine weitere Zusammenarbeit.“

Conceição, Luana und Cilene

Endlich eine feste Bleibe

Es ist soweit: Jetzt haben auch wir aus Roda de Fogo dank einer Spende der Familie-Ecker-Stiftung für Kinder in Not unser eigenes Haus und müssen unsere Aktivitäten nicht mehr in wechselnden Provisorien durchführen.

Die Zeit als Nomaden war nicht immer einfach. Eine Weile genossen wir bei der COSIROF, der Unabhängigen Gesundheitskomission von Roda de Fogo, Gastrecht, später waren wir in der Bibliothek der „Pintor Lauro Villares“-Schule oder am Sitz von „Aldeias Infantis SOS Brasil“ einquartiert. An allen diesen Orten hatten wir immer wieder Probleme, vor allem mit der Reinigung. Oft fanden wir die Räume schmutzig vor, und zuweilen verschwand sogar unser Putzmaterial. Deshalb haben wir unsere Aktivitäten so oft als möglich  im Freien abgehalten.

Die Provisorien waren auch ansonsten problematisch. Mehrere  Jugendliche haben unsere Gruppe verlassen, weil wir uns zeitweise auch außerhalb von Roda de Fogo treffen mussten und ihnen der Weg zu lang war. Es kam auch vor, dass wir eine Schnellstrasse zu überqueren hatten, um zum Versammlungslokal zu gelangen, und dabei erhebliche Sicherheitsrisiken auf uns nehmen mussten.

Jetzt sind wir daran, unseren eigenen Standort einzurichten und fiebern dem Augenblick entgegen, in dem wir dort unsere Aktivitäten vollumfänglich aufnehmen können. Das Haus liegt mitten in Roda de Fogo und ist somit für alle Kinder und Jugendlichen gut erreichbar. Die Kinder von Aprender Brincando (Spielend lernen) können nun allein zu den Kursen kommen und müssen nicht mehr von uns eingesammelt werden.

Die eigene Unterkunft hat einen weiteren großen Vorteil: Wenn wir am Abend die Räume putzen, können wir jetzt sicher sein, dass sie auch am nächsten Morgen noch sauber sind.
Camila Silva, Elayne de Melo, Laércio Tiúma

Sommer(ferien) bei AdoleScER

Im Januar macht AdoleScER Ferien. Dies bedeutet, dass die Jugendlichen und Kinder keine regulären Aktivitäten besuchen und die Peer Educators somit während dieser Zeit etwas entlastet sind.

Ferien heißt für AdoleScER aber noch lange nicht verschlossene Türen und Nichtstun. Im Gegenteil: Die Gruppen in den verschiedenen Armenvierteln organisieren meistens aus eigener Initiative Spiel und Spaß für die Kinder und Jugendlichen, die auch während der Sommerferien auf verspielte Art etwas lernen möchten.

Für das Leitungsteam ist es die Zeit, um neue Ideen für das anstehende Semester zu besprechen und Administratives zu erledigen. Nach der weltweiten Immobilienkrise erlebt im Januar zumindest AdoleScER einen langersehnten Aufschwung: das Haus in Santo Amaro wird restauriert und in Roda de Fogo haben wir endlich unseren eigenen Arbeitssitz bekommen.

In dieser kleinen Bildreportage von Lenildo Fonseca möchten wir Ihnen gerne einiges aus dem Ferienalltag von AdoleScER näher bringen.

Karnevalsrausch in Caranguejo

Bereits zum dritten Mal nacheinander ist AdoleScER mit dem Umzug „Vereint für den Frieden“ durch Caranguejo und Tabaiares gezogen. Auch in diesem Jahr haben wir versucht, so viele Institutionen wie möglich zu einer Teilnahme zu motivieren, um die Spesen für Wasser, eine kleine Verpflegung und die Musik aufteilen zu können.

Mit mässigem Erfolg: An einer Zusammenarbeit war hauptsächlich das Centro Publico de Economia Popular e Solidaria interessiert, schliesslich machten dann aber auch noch die Gruppe „Maracatu Bella Arte“, das PETI (Programm zur Ausrottung der Kinderarbeit) und Jugendliche von der Mércia de Albuquerque-Schule mit. Die Kosten blieben allerdings grösstenteils an uns hängen. AdoleScER lieh nicht nur einen Teil der Instrumente aus, sondern war auch um das Wasser und die Verpflegung besorgt. Nächstes Jahr, so haben wir uns fest vorgenommen, muss es mit der Spesenaufteilung besser klappen.

Am Umzug, der etwa zwei Stunden dauerte,  haben rund 110 Personen teilgenommen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene die alle zu Maracatu und Frevo tanzten.  Wir zogen durch die Gassen unseres Quartiers und zeigten uns auch auf der  Avenida Estrada dos Remédios. „Wir hatten grossen Erfolg mit unseren Vorführungen“, sagt der 17-jährige Glabhyson aus Caranguejo. „ Die meisten beschränkten sich auf Frevo, wir hingegen spielten sowohl Frevo als auch Maracatu.“ Die 15-jährige Ariane hat sich besonders über die Teilnahme von den Jugendlichen aus Santa Luzia gefreut: „Ich habe gesehen, mit wie viel Spass sie dabei waren. Der Umzug bot ihnen auch Gelegenheit,  unser Quartier  etwas kennen zu lernen.“

Arianne, Glabhyson, Glendha, Joana, Karla, Kátia und Marcelo

Ein Brief aus Hochheim

"Gute Freunde von uns bereisten vor Jahren Brasilien. Sie sahen nicht nur die Schönheiten dieses Landes, sondern auch die große Armut unzähliger Menschen. Es entstand so ein großes Bedürfnis, diesen Menschen zu helfen und sie zu unterstützen.

Nach der Heimkehr gründeten sie den Förderkreis für Brasilien. Durch Erzählungen, Bilder und Diavorträge konnten sie auch uns überzeugen. So haben wir uns diesem Förderkreis gerne angeschlossen. Da jeder Cent - was uns sehr wichtig ist- den brasilianischen Freunden zu Gute kommt, wissen wir unsere Spenden gut aufgehoben. Durch die Jahresberichte haben wir einen guten Einblick in die Arbeit und die Finanzen des Förderkreises, was, wie wir finden, sehr wichtig ist.

Wir möchten uns hiermit auch für die hervorragende Arbeit, die hier und vor Ort geleistet wird bedanken und freuen uns darüber, dass wir, wenn auch nur ein klein wenig, Hilfe zur Selbsthilfe geben können.“

Christa und Ferdi Föh aus Hochheim.