28.11.2012


Mittwoch ist bei AdoleScER Kultur angesagt:
kulturelle Animation, Herstellung von Plakaten und Fanzine
 
Zusammengesetzt aus den englischen Wörtern “Fan” und “Magazine” bezeichnet “Fanzine” eine ganz spezielle Publikationsart, die in nahezu jeder Subkultur (Fußball, Musik, Comics, etc.) anzutreffen ist. Es sind Fans und Mitglieder, die sich in der betreffenden Szene bestens auskennen und auf eigene Kosten schreiben und vervielfältigen. (http://musik.germanblogs.de/archive/2010/12/22/was-ist-ein-fanzine.htm am 23.11.2012)
 

Soziokulturelle Animation – was bedeutet das? Es handelt sich dabei um eine Vielfalt von sozialen Praktiken, die Initiativen und Teilnahme der Gemeindemitglieder am eigenen Entwicklungsprozess und der globalen Dynamik des sozio-politischen Lebens, in das sie integriert sind, stimulieren sollen.
Basierend auf diesem Prinzip haben Erzieher/innen und Jugendliche von AdoleScER während des Planungsseminars im Juli 2012 eine Gruppe zur soziokulturellen Animation ins Leben gerufen. Mit Hilfe von Tanz- und Theateraktivitäten sollen die Bildungsprozesse, die innerhalb der Institution stattfinden, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: auf der Straße, in den Schulen und anderen Einrichtungen in den Gemeinden.
Zurzeit studieren wir zwei Theaterstücke ein. Die Texte wurden von allen – Jugendlichen der vier Projektstandorte, der Theaterlehrerin Natalia Brown und der Tanzlehrerin Anne Costa – gestaltet. Sie behandeln Themen wie menschliche Werte, Friedenskultur bez. Gewaltprävention, aber auch Drogen, Kinderarbeit, u. a. m. Geübt wird einmal in der Woche, wie gesagt, am Mittwochnachmittag, wobei es darauf ankommt, Dialogprozesse zu intensivieren, die Kenntnisse über die betreffenden Themen zu vertiefen und auch auszutauschen, wobei die unterschiedlichsten künstlerischen Sprachen benutzt werden.
Die Jugendlichen, die sich nicht so sehr für Tanz und Theater interessieren, haben Gelegenheit, ebenfalls über die angesprochenen Themen nachzudenken, vor allem über Gewaltprävention, indem ihre künstlerisch-visuellen Fähigkeiten anhand der Herstellung von Fanzine, Plakaten und vor allem auch der Bühnengestaltung zum Ausdruck kommen.
Hier unsere Fotos der Vorbereitung.
Natalia Brown – Theaterlehrerin
Anne Costa - Tanzlehrerin

 



Fotografieren muss gelernt sein: Ein neuer Blick auf die Realität der Armenviertel

Caritas International finanziert einen Kurs über Foto-Kommunikation für Jugendliche der Partnerorganisationen aus den Bundesstaaten Paraíba, Pernambuco und Alagoas



Renata, Anderson, Natália e Vitor
Im November fand das erste Modul des Kurses über Foto-Kommunikation in einem Konvent der Benediktiner in Olinda statt. 12 Jugendliche aus den Projektstandorten der verschiedenen Partnerorganisationen von Caritas hörten begeistert den Erklärungen des Medien-Pädagogen Marcos Keller zu, der nicht nur erklärte, wie ein Fotoapparat bedient wird, sondern auch, worauf es bei einem guten Foto ankommt, wie man einen Blick für das richtige Bild bekommt. Vier der teilnehmenden Jugendlichen sind Peer Educators der Gruppe AdoleScER, aus jedem Projektstandort durfte eine/r dabei sein: Anderson von Roda de Fogo, Vitor von Santa Luzia, Renata von Caranguejo und Natália von Santo Amaro.

Brasilien rückt in den internationalen Medien im Zuge der Megaveranstaltungen, die in den kommenden Jahren hier stattfinden – Papstbesuch in 2013, Fußballweltmeisterschaft in 2014 und Olympiade in 2016 sowie den enormen Bauprojekten, die mit Sondermitteln der Regierung im Sinne eines schnelleren Wachstums initiiert wurden – mehr und mehr in den Vordergrund. Dabei wird die andere Seite der Medaille nur zu gern vergessen: all diese Vorhaben bedeuten eine große soziale Herausforderung vor allem für Kinder und Jugendliche aus dem Nordosten Brasiliens, die in diesem wirtschaftlichen Sog auf unterschiedlichste Weise ausgebeutet werden. Ein Beispiel: Viele männliche Arbeiter kommen ohne ihre Familien aus den verschiedenen Regionen Brasiliens nach Recife und Umgebung, um hier in der Raffinerie und Werft im erweiterten Hafengelände Suape zu arbeiten. Kinder und Jugendliche aus den armen Fischerdörfern werden von Zuhälter/innen als „Begleitpersonen“ dieser Arbeiter angeheuert und sexuell ausgebeutet. Das wenige Geld, das sie verdienen, müssen sie meist zu Hause zum Lebensunterhalt ihrer Familien beisteuern.
Die Foto-Initiative soll den Blick der Zielgruppen schärfen, damit sie dazu beitragen, dass auch die Schattenseiten beleuchtet und bekannt gemacht werden. Sie werden befähigt, ihr Lebensumfeld fotografisch darzustellen, damit die eigentliche Realität des Landes mit all seinen großen sozialen Problemen ebenfalls bekannt wird und nicht nur das Bild Brasiliens als ein Land der Feste und der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung die Medien beherrscht. Gleichzeitig fördert diese Schulung die Jugendlichen als Protagonisten – erklärtes Ziel der Projektmaßnahmen von Caritas im Nordosten Brasiliens.
Eine weitere Dimension dieses Kurses ist die Fortbildung der Medienfachkräfte der jeweiligen Partnerorganisationen über innovative Interventionsmöglichkeiten im Bereich sozialer Kommunikationstechnik. Die Seminare werden vom Journalisten Juan Sarnento begleitet und dokumentiert. Die Ergebnisse sollen in den internationalen Medien gezeigt werden.
Begleiten Sie doch unsere Fortbildung anhand der Fotos!
 
 

Ein Rückblick auf die AdoleScER-Geburtstagsaktivitäten


12 Jahre Gesundheit, Bildung und Bürgerrechte: Zum 12-jährigen Bestehen von AdoleScER wurden die Gäste zu einer (Wieder)-Begegnung mit ihrem Körper eingeladen
Weiterbildung in Reflexzonenmassage
im Hauptsitz von AdoleScER
Da bei jedem Geburtstagsfest eine schöne Feier dazugehört, haben auch wir uns zu dieser Gelegenheit drei wichtige Geschenke gegönnt: den Besuch der Wanderausstellung „Human Bodies – Wunder des Menschlichen Körpers“; eine theoretische und praktische Weiterbildung für das Mitarbeiterteam von AdoleScER mit der Fachkraft Maiana Gomes über alternative Heilmethoden mit Schwerpunkt auf Fuß-Reflexzonenmassage; außerdem probierten wir allerlei gesunde Leckereien aus Gemüse und Früchten, bei denen alle Teile mitverwertet werden und die Margarida Deolinda für uns zubereitet hat. Diese Momente waren für die Integration aller wichtig; auch spornten sie uns zu einer Reflexion über die Möglichkeit an, komplementäre Therapien in unsere Gesundheitsvorsorge aufzunehmen, eingefahrene und oft schädliche Essgewohnheiten zu überdenken und darüber, wie viel unnötigen vermeintlichen Abfall wir produzieren, anstatt aus ihnen schmackhafte Rezepte zu machen.
 

In Santo Amaro: Neue
Rezepte  werden ausprobiert
Auch die Familien und Freunde der Jugendlichen in den Projektstandorten profitierten von diesen Kenntnissen, denn alle Aktivitäten wurden ebenfalls in den Gemeinden durchgeführt. Es gab zum Teil rührende Szenen, wie z. B. die Oma von Valquíria aus Santa Luzia ihre Wissens-Schatzkiste über Heilpflanzen auspackte und so ein reger Austausch über bewährte Gesundheitsrezepte zustande kam. Auch die Erfahrung, die eigenen Füße oder Hände zu massieren, die Entspannung und Schmerzlinderung bewirken, waren so interessant wie ungewöhnlich für die Teilnehmer/innen.

Da Sie, liebe Leserin, lieber Leser leider nicht dabei sein konnten, laden wir Sie ein, dennoch an unserem Fest teilzuhaben, indem Sie sich die Fotos anschauen.

Vanessa Silva – Grupo AdoleScER