28.11.2008

Schöne Bescherung!

Bereiten auch Sie gerne Freude, haben aber noch nicht das passende Weihnachtsgeschenk für Ihre Angehörigen oder Freunde gefunden? Wie wäre es mit einer alternativen Bescherung: einem Beitrag zur Unterstützung der Aktivitäten von AdoleScER?

Ein solches Geschenk würde weit über den Tag  hinaus beglücken -  die  Menschen, denen es zugedacht ist genauso wie uns, die wir dank Ihrer Spende unseren Auftrag weiterhin erfüllen können. Und natürlich auch Sie selbst,  weil Sie wissen, dass Sie mit diesem Geschenk jungen Menschen aus schwierigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen helfen, eine menschenwürdige Zukunft aufzubauen, durch die von Ihnen geförderte Bildung den Teufelskreis von Armut, Ohnmacht und  Gewalt zu durchbrechen. Wir danken Ihnen im Voraus ganz herzlich für Ihre Unterstützung. Ihre Hilfe und Ihr Interesse werden uns auch im nächsten Jahr Ansporn sein, uns mit allen Kräften dafür einzusetzen, dass auch Kinder und Jugendliche mit schlechten Startbedingungen eine Perspektive haben.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches, erfülltes 2009.
Das AdoleScER-Leitungsteam



Spendenkonto:
Taunussparkasse Hochheim, BLZ 512 500 00, Kontonummer: 610 46 65,
Kennwort „AdoleScER“. Sie erhalten am Jahresende eine steuerabzugsfähige Spendenquittung.

Unsere Kontaktperson in Deutschland für unseren Förderkreis :

Marita Mallmann, Telefon: 06146 – 84280, Fax: 06146 – 1756, E-Mail: marita.mallmann@web.de

Die schönsten Kreistänze

Am 1. und 2. November nahmen die Tanzgruppe von AdoleScER und unsere Pädagogin Conceição Amorim an einem Kreistanzseminar unter der Leitung von Bruno Perel und Claudio Delfini in der Schule Mater Christi teil. Hier die Eindrücke von Marcelo:
 
„Die Teilnahme am Seminar der schönsten Kreistänze mit Bruno Perel und Claudio Delfini war für uns ein eindrückliches Erlebnis. Weil eine anstrengende Woche hinter mir lag, hatte ich zunächst nicht richtig Lust, bei dieser Veranstaltung dabei zu sein. Aber als dann der Samstag kam und ich anfing zu tanzen, vergaß ich schnell alle Probleme und Mühen. Beim Kreistanz wird man einbezogen, fühlt man sich beschützt. Das löst in mir das Gefühl aus, gewissermaßen über grenzenlose Fähigkeiten zu verfügen. Ich tanze sehr gern, und je länger, je mehr fühle ich mich während des Tanzes verwirklicht, ganz und gar ausgefüllt. Als am Seminar dieser bewegende Augenblick  zu Ende ging, spürte ich Traurigkeit. Aber dann tröstete ich mich damit, dass alles, was wir gemeinsam erlebt hatten, gerade erst anfing. Bei den Kreistänzen trete ich mit mir selbst und dem Nächsten, aber auch mit Gott in Kontakt. Jedes Mal, wenn ich Teil eines Kreises bin, habe ich das Gefühl, ein besserer Mensch zu sein, besser mit verschiedenen Situationen, denen ich mich im Leben stellen muss, fertig zu werden… Ich spüre eine größere Sicherheit, den Problemen entgegen zu treten, nehme mich selbst und den anderen bewusster wahr und schaue nicht nur auf den eigenen Nabel.

Im Kreis sein bedeutet, ausgefüllt zu sein, mit den anderen Freude und Traurigkeit, Verlust und Gewinn zu teilen. Im Kreis sein bedeutet, am Leben zu sein, zu erkennen, dass der Weg zwar mühsam ist,  wir gemeinsam aber auch hochgesteckte Ziele erreichen können.“

Marcelo
 

Claudio Delfini ist  Mathematiklehrer, Tänzer, Choreograph und Leiter von Kreistänzen. Er widmet sich besonders der Aufgabe, Tänze zur kreieren, die dazu beitragen, einen klareren Weg zu finden, die menschlichen Werte besser zu verstehen und anderen Kulturen, ihren Bräuchen und Symbolen mehr Respekt entgegenzubringen.

Grupo AdoleScER und Bruno Perel auf dem Psychologenkongress

Bruno Perels Vortrag auf dem Kongress für Psychopädagogik in Recife begann mit einem Theaterstück zum Thema „Verschieden, aber nicht Ungleich“ unter Beteiligung der Tanzgruppe von AdoleScER. Der Peer Educator Marcelo berichte:
 
"Für mich war es ausgesprochen wichtig, an diesem Ereignis teilzunehmen, die Einführung zum Vortrag von Bruno Perel zusammen mit unserer Tanzgruppe zu machen. Seine Rede handelte vom Einbezug von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, den Schwierigkeiten, denen sie ausgesetzt sind, und wie sie in unserer Gesellschaft gesehen werden. Wir begannen mit einem Kreistanz, der von Bruno choreografisiert wurde und der genau dieses Thema anspricht. Einige von uns bewegten sich hinter einer weißen Leinwand in einem dunklen Raum, so dass die Zuschauer den Eindruck gewannen, dass diese Gruppe von der Gesellschaft ausgeschlossen sei. Vor der Leinwand inszenierten Bruno und ich den Prozess der Einbeziehung.

Dieser Moment hat sich für immer tief in meinem Gedächtnis eingeprägt. Es hat mich glücklich gemacht, dass ich am Ende des Vortrags von Bruno Perel auch noch über AdoleScER sprechen und hervorheben konnte, dass manch einer und manch eine durch unsere Arbeit inspiriert wird. Es war ein großer Gewinn, und ich spüre, dass wir durch unsere Aktivitäten, unsere Liebe und Transparenz immer mehr die Herzen der Menschen berühren können."
Marcelo


Bruno Perel ist Psychologe (Universität São Marcos) und Spezialist für Bewegungskunst (Institut Sedes Sapientiae. Er ist Choreograph und Leiter von Kreistänzen (Sacred Dances). Er begann seine Laufbahn  im Alter von 12 Jahren  mit israelischen Kreistänzen.

„Der magische Faden“: Eine Welturaufführung ganz allein für uns

Am 15. Und 16. November wurde das Puppentheaterstück „Der magische Faden“ in den Projektstandorten Roda de Fogo, Santa Luzia und Santo Amaro von der Theatergruppe „Mão Molenga“ uraufgeführt.

Die Auflage für den Gewinner des Preises für Theaterstücke „Myriam Muniz“ war, das prämiierte Stück zunächst in öffentlichen Schulen und in Armenvierteln zu zeigen. Wir hatten das Glück, dass Fabio Caio aus der Theatergruppe „Mão Molenga“ die ersten sechs Jahre Mitarbeiter von AdoleScER war und deshalb für die ersten Aufführungen uns auswählte.

Die Vorbereitungsarbeiten reichten von der Suche nach einem entsprechenden Saal (der relativ groß sein sollte) für das Spektakel bis hin zu den Bemühungen, möglichst viele Zuschauer sicherzustellen. Die Peer Educators Cilene und Júnior und der Jugendliche Milton, noch in Ausbildung, aus dem Projektstandort Santa Luzia berichten über ihre Erfahrung: „Wir trafen drei Kinder, die im Schlamm spielten. Wir luden sie zur Aufführung ein, sprachen mit ihren Müttern, warteten, bis sie sich gewaschen hatten, und nahmen sie dann mit, um weitere Kinder einzuladen. Dabei trafen wir auf João aus unserer Gruppe „Spielend Lernen“. Er weinte, weil seine Schwester ihn nicht mit zur Theateraufführung mitnehmen wollte. Wir einigten uns darauf, dass er und seine Schwester dabei sein dürften und so waren alle zufrieden. Und auf ging es, noch mehr Kinder einzuladen. Ein Mädchen hat sich sogar noch schnell ein neues T-Shirt und Schuhe von der Mutter kaufen lassen – wann gibt es schon mal eine Theatervorstellung in einem Armenviertel! Da muss man sich schick machen. Es war richtig toll, als wir merkten, wie der Saal des Bürgerrates sich füllte, denn ein wenig hatten wir schon Angst, dass die Leute nicht kommen würden. Am Ende haben wir noch alle Kinder nach Hause gebracht.“

Wenn man die Kinder, Jugendlichen und Peer Educators von AdoleScER dazu zählt, waren insgesamt rund  240 Zuschauer jeden Alters anwesend. Etwa eineinhalb Stunden ließen sich alle von der Geschichte Gerards – Hauptfigur dieser französischen Erzählung – mitreißen. Darin geht es um einen ungeduldigen Jungen, der die Gabe erhält, seine Lebenszeit zu beschleunigen, in dem er einen Faden aus einer Kugel zieht; allerdings kann er diesen Vorgang nicht rückgängig machen. Die Peer Educators von Roda de Fogo (Camila, Laércio und Elayne) meinten hierzu: „Das war echt toll, denn so ergeht es uns oft: im Sommer wünschen wir uns, es wäre Regenzeit, wenn es dann ständig regnet, wollen wir wieder die Sonne, nie akzeptieren wir den Moment, in dem wir gerade sind. Diese Überlegungen machte auch Gerard, der als Kind lieber arbeiten als zur Schule gehen wollte. Er zog am Lebensfaden und hat so wichtige Augenblick übersprungen, ohne richtig auszunutzen, was jede Phase mit sich bringt. Er merkte gar nicht, wie seine Mutter schnell alt wurde und schließlich starb und als er nach dem Krieg nach Hause kam, hatte er schon vier Kinder und gar nicht mitbekommen, wie sie groß wurden.“

Die Begeisterung des Publikums hat uns mitgerissen. Die Botschaft dieser Geschichte und die Kreativität der Theatergruppe erfüllten dieses Wochenende mit Leichtigkeit und Phantasie. Am Ende des Stücks kannten viele Kinder der Gruppe „Spielend Lernen“ den Inhalt so gut, dass sie sich sogar an die Namen der einzelnen Figuren erinnerten. Und am witzigsten war, dass alle, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen die Musik „Er zog, er zog, er zog (am Faden)…“ ständig singen mussten.

Es gab noch ein paralleles Theaterstück: Das Wiedersehen der Peer Educators mit Fabio Caio, der jetzt in seiner eigenen Theatergruppe „Mão Molenga“ arbeitet. Er war es, der die Theaterarbeit bei AdoleScER aufgebaut hat und uns bis heute ein treuer Berater ist, besonders, wenn die Jugendlichen inzwischen selbst Theaterstücke in den Projektstandorten einstudieren und aufführen.

Conceição Amorim