Fotografieren muss gelernt sein: Ein neuer Blick auf die Realität der
Armenviertel
Caritas
International finanziert einen Kurs über Foto-Kommunikation für Jugendliche der
Partnerorganisationen aus den Bundesstaaten Paraíba, Pernambuco und Alagoas
Im
November fand das erste Modul des Kurses über Foto-Kommunikation in einem
Konvent der Benediktiner in Olinda statt. 12 Jugendliche aus den
Projektstandorten der verschiedenen Partnerorganisationen von Caritas hörten
begeistert den Erklärungen des Medien-Pädagogen Marcos Keller zu, der nicht nur
erklärte, wie ein Fotoapparat bedient wird, sondern auch, worauf es bei einem
guten Foto ankommt, wie man einen Blick für das richtige Bild bekommt. Vier der
teilnehmenden Jugendlichen sind Peer Educators der Gruppe AdoleScER, aus jedem
Projektstandort durfte eine/r dabei sein: Anderson von Roda de Fogo, Vitor von
Santa Luzia, Renata von Caranguejo und Natália von Santo Amaro.
Brasilien rückt in den internationalen Medien im Zuge der Megaveranstaltungen, die in den kommenden Jahren hier stattfinden – Papstbesuch in 2013, Fußballweltmeisterschaft in 2014 und Olympiade in 2016 sowie den enormen Bauprojekten, die mit Sondermitteln der Regierung im Sinne eines schnelleren Wachstums initiiert wurden – mehr und mehr in den Vordergrund. Dabei wird die andere Seite der Medaille nur zu gern vergessen: all diese Vorhaben bedeuten eine große soziale Herausforderung vor allem für Kinder und Jugendliche aus dem Nordosten Brasiliens, die in diesem wirtschaftlichen Sog auf unterschiedlichste Weise ausgebeutet werden. Ein Beispiel: Viele männliche Arbeiter kommen ohne ihre Familien aus den verschiedenen Regionen Brasiliens nach Recife und Umgebung, um hier in der Raffinerie und Werft im erweiterten Hafengelände Suape zu arbeiten. Kinder und Jugendliche aus den armen Fischerdörfern werden von Zuhälter/innen als „Begleitpersonen“ dieser Arbeiter angeheuert und sexuell ausgebeutet. Das wenige Geld, das sie verdienen, müssen sie meist zu Hause zum Lebensunterhalt ihrer Familien beisteuern.
| Renata, Anderson, Natália e Vitor |
Brasilien rückt in den internationalen Medien im Zuge der Megaveranstaltungen, die in den kommenden Jahren hier stattfinden – Papstbesuch in 2013, Fußballweltmeisterschaft in 2014 und Olympiade in 2016 sowie den enormen Bauprojekten, die mit Sondermitteln der Regierung im Sinne eines schnelleren Wachstums initiiert wurden – mehr und mehr in den Vordergrund. Dabei wird die andere Seite der Medaille nur zu gern vergessen: all diese Vorhaben bedeuten eine große soziale Herausforderung vor allem für Kinder und Jugendliche aus dem Nordosten Brasiliens, die in diesem wirtschaftlichen Sog auf unterschiedlichste Weise ausgebeutet werden. Ein Beispiel: Viele männliche Arbeiter kommen ohne ihre Familien aus den verschiedenen Regionen Brasiliens nach Recife und Umgebung, um hier in der Raffinerie und Werft im erweiterten Hafengelände Suape zu arbeiten. Kinder und Jugendliche aus den armen Fischerdörfern werden von Zuhälter/innen als „Begleitpersonen“ dieser Arbeiter angeheuert und sexuell ausgebeutet. Das wenige Geld, das sie verdienen, müssen sie meist zu Hause zum Lebensunterhalt ihrer Familien beisteuern.
Die
Foto-Initiative soll den Blick der Zielgruppen schärfen, damit sie dazu
beitragen, dass auch die Schattenseiten beleuchtet und bekannt gemacht werden.
Sie werden befähigt, ihr Lebensumfeld fotografisch darzustellen, damit die
eigentliche Realität des Landes mit all seinen großen sozialen Problemen
ebenfalls bekannt wird und nicht nur das Bild Brasiliens als ein Land der Feste
und der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung die Medien beherrscht.
Gleichzeitig fördert diese Schulung die Jugendlichen als Protagonisten –
erklärtes Ziel der Projektmaßnahmen von Caritas im Nordosten Brasiliens.
Eine
weitere Dimension dieses Kurses ist die Fortbildung der Medienfachkräfte der
jeweiligen Partnerorganisationen über innovative Interventionsmöglichkeiten im
Bereich sozialer Kommunikationstechnik. Die Seminare werden vom Journalisten
Juan Sarnento begleitet und dokumentiert. Die Ergebnisse sollen in den
internationalen Medien gezeigt werden.
Begleiten
Sie doch unsere Fortbildung anhand der Fotos!
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