Am 15. Und 16. November wurde das Puppentheaterstück „Der magische Faden“ in den Projektstandorten Roda de Fogo, Santa Luzia und Santo Amaro von der Theatergruppe „Mão Molenga“ uraufgeführt.
Die Auflage für den Gewinner des Preises für Theaterstücke „Myriam Muniz“ war, das prämiierte Stück zunächst in öffentlichen Schulen und in Armenvierteln zu zeigen. Wir hatten das Glück, dass Fabio Caio aus der Theatergruppe „Mão Molenga“ die ersten sechs Jahre Mitarbeiter von AdoleScER war und deshalb für die ersten Aufführungen uns auswählte.
Die Vorbereitungsarbeiten reichten von der Suche nach einem entsprechenden Saal (der relativ groß sein sollte) für das Spektakel bis hin zu den Bemühungen, möglichst viele Zuschauer sicherzustellen. Die Peer Educators Cilene und Júnior und der Jugendliche Milton, noch in Ausbildung, aus dem Projektstandort Santa Luzia berichten über ihre Erfahrung: „Wir trafen drei Kinder, die im Schlamm spielten. Wir luden sie zur Aufführung ein, sprachen mit ihren Müttern, warteten, bis sie sich gewaschen hatten, und nahmen sie dann mit, um weitere Kinder einzuladen. Dabei trafen wir auf João aus unserer Gruppe „Spielend Lernen“. Er weinte, weil seine Schwester ihn nicht mit zur Theateraufführung mitnehmen wollte. Wir einigten uns darauf, dass er und seine Schwester dabei sein dürften und so waren alle zufrieden. Und auf ging es, noch mehr Kinder einzuladen. Ein Mädchen hat sich sogar noch schnell ein neues T-Shirt und Schuhe von der Mutter kaufen lassen – wann gibt es schon mal eine Theatervorstellung in einem Armenviertel! Da muss man sich schick machen. Es war richtig toll, als wir merkten, wie der Saal des Bürgerrates sich füllte, denn ein wenig hatten wir schon Angst, dass die Leute nicht kommen würden. Am Ende haben wir noch alle Kinder nach Hause gebracht.“
Wenn man die Kinder, Jugendlichen und Peer Educators von AdoleScER dazu zählt, waren insgesamt rund 240 Zuschauer jeden Alters anwesend. Etwa eineinhalb Stunden ließen sich alle von der Geschichte Gerards – Hauptfigur dieser französischen Erzählung – mitreißen. Darin geht es um einen ungeduldigen Jungen, der die Gabe erhält, seine Lebenszeit zu beschleunigen, in dem er einen Faden aus einer Kugel zieht; allerdings kann er diesen Vorgang nicht rückgängig machen. Die Peer Educators von Roda de Fogo (Camila, Laércio und Elayne) meinten hierzu: „Das war echt toll, denn so ergeht es uns oft: im Sommer wünschen wir uns, es wäre Regenzeit, wenn es dann ständig regnet, wollen wir wieder die Sonne, nie akzeptieren wir den Moment, in dem wir gerade sind. Diese Überlegungen machte auch Gerard, der als Kind lieber arbeiten als zur Schule gehen wollte. Er zog am Lebensfaden und hat so wichtige Augenblick übersprungen, ohne richtig auszunutzen, was jede Phase mit sich bringt. Er merkte gar nicht, wie seine Mutter schnell alt wurde und schließlich starb und als er nach dem Krieg nach Hause kam, hatte er schon vier Kinder und gar nicht mitbekommen, wie sie groß wurden.“
Die Begeisterung des Publikums hat uns mitgerissen. Die Botschaft dieser Geschichte und die Kreativität der Theatergruppe erfüllten dieses Wochenende mit Leichtigkeit und Phantasie. Am Ende des Stücks kannten viele Kinder der Gruppe „Spielend Lernen“ den Inhalt so gut, dass sie sich sogar an die Namen der einzelnen Figuren erinnerten. Und am witzigsten war, dass alle, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen die Musik „Er zog, er zog, er zog (am Faden)…“ ständig singen mussten.
Es gab noch ein paralleles Theaterstück: Das Wiedersehen der Peer Educators mit Fabio Caio, der jetzt in seiner eigenen Theatergruppe „Mão Molenga“ arbeitet. Er war es, der die Theaterarbeit bei AdoleScER aufgebaut hat und uns bis heute ein treuer Berater ist, besonders, wenn die Jugendlichen inzwischen selbst Theaterstücke in den Projektstandorten einstudieren und aufführen.
Die Auflage für den Gewinner des Preises für Theaterstücke „Myriam Muniz“ war, das prämiierte Stück zunächst in öffentlichen Schulen und in Armenvierteln zu zeigen. Wir hatten das Glück, dass Fabio Caio aus der Theatergruppe „Mão Molenga“ die ersten sechs Jahre Mitarbeiter von AdoleScER war und deshalb für die ersten Aufführungen uns auswählte.
Die Vorbereitungsarbeiten reichten von der Suche nach einem entsprechenden Saal (der relativ groß sein sollte) für das Spektakel bis hin zu den Bemühungen, möglichst viele Zuschauer sicherzustellen. Die Peer Educators Cilene und Júnior und der Jugendliche Milton, noch in Ausbildung, aus dem Projektstandort Santa Luzia berichten über ihre Erfahrung: „Wir trafen drei Kinder, die im Schlamm spielten. Wir luden sie zur Aufführung ein, sprachen mit ihren Müttern, warteten, bis sie sich gewaschen hatten, und nahmen sie dann mit, um weitere Kinder einzuladen. Dabei trafen wir auf João aus unserer Gruppe „Spielend Lernen“. Er weinte, weil seine Schwester ihn nicht mit zur Theateraufführung mitnehmen wollte. Wir einigten uns darauf, dass er und seine Schwester dabei sein dürften und so waren alle zufrieden. Und auf ging es, noch mehr Kinder einzuladen. Ein Mädchen hat sich sogar noch schnell ein neues T-Shirt und Schuhe von der Mutter kaufen lassen – wann gibt es schon mal eine Theatervorstellung in einem Armenviertel! Da muss man sich schick machen. Es war richtig toll, als wir merkten, wie der Saal des Bürgerrates sich füllte, denn ein wenig hatten wir schon Angst, dass die Leute nicht kommen würden. Am Ende haben wir noch alle Kinder nach Hause gebracht.“
Wenn man die Kinder, Jugendlichen und Peer Educators von AdoleScER dazu zählt, waren insgesamt rund 240 Zuschauer jeden Alters anwesend. Etwa eineinhalb Stunden ließen sich alle von der Geschichte Gerards – Hauptfigur dieser französischen Erzählung – mitreißen. Darin geht es um einen ungeduldigen Jungen, der die Gabe erhält, seine Lebenszeit zu beschleunigen, in dem er einen Faden aus einer Kugel zieht; allerdings kann er diesen Vorgang nicht rückgängig machen. Die Peer Educators von Roda de Fogo (Camila, Laércio und Elayne) meinten hierzu: „Das war echt toll, denn so ergeht es uns oft: im Sommer wünschen wir uns, es wäre Regenzeit, wenn es dann ständig regnet, wollen wir wieder die Sonne, nie akzeptieren wir den Moment, in dem wir gerade sind. Diese Überlegungen machte auch Gerard, der als Kind lieber arbeiten als zur Schule gehen wollte. Er zog am Lebensfaden und hat so wichtige Augenblick übersprungen, ohne richtig auszunutzen, was jede Phase mit sich bringt. Er merkte gar nicht, wie seine Mutter schnell alt wurde und schließlich starb und als er nach dem Krieg nach Hause kam, hatte er schon vier Kinder und gar nicht mitbekommen, wie sie groß wurden.“
Die Begeisterung des Publikums hat uns mitgerissen. Die Botschaft dieser Geschichte und die Kreativität der Theatergruppe erfüllten dieses Wochenende mit Leichtigkeit und Phantasie. Am Ende des Stücks kannten viele Kinder der Gruppe „Spielend Lernen“ den Inhalt so gut, dass sie sich sogar an die Namen der einzelnen Figuren erinnerten. Und am witzigsten war, dass alle, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen die Musik „Er zog, er zog, er zog (am Faden)…“ ständig singen mussten.
Es gab noch ein paralleles Theaterstück: Das Wiedersehen der Peer Educators mit Fabio Caio, der jetzt in seiner eigenen Theatergruppe „Mão Molenga“ arbeitet. Er war es, der die Theaterarbeit bei AdoleScER aufgebaut hat und uns bis heute ein treuer Berater ist, besonders, wenn die Jugendlichen inzwischen selbst Theaterstücke in den Projektstandorten einstudieren und aufführen.
Conceição Amorim
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