27.05.2009

Den Stier bei den Hörner gepackt

Den elektrischen Stier hat AdoleScER problemlos gebändigt. Die wahre Herausforderung des dreitägigen Treffens in Gravatá, war aber gemeinsam herauszuarbeiten, wo unsere Organisation heute steht und wohin sie sich weiter entwickeln soll.

Einerseits war das Zusammentreffen in Gravatá so etwas wie ein Klassenlager, eine Mischung von Weiterbildung und Gemeinschaftspflege. Durch Spiel, Sport und andere Gruppenaktivitäten kamen wir uns alle etwas näher und lernten Seiten voneinander kennen, die während der Arbeit nicht zum Vorschein kommen. Die Priorität des Treffens war aber nicht der Spaß: Im Vordergrund  stand die Frage, wie jede und jeder Einzelne des Leitungsteams, der Erzieher und der Peer Educators ihre, bzw. seine Rolle bei AdoleScER sieht und die Organisation in ihrer Gesamtheit bewertet.

Zu diesem Zweck fanden an zwei der drei Tage Workshops statt, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erwartungen an AdoleScER und an sich selbst formulierten, Stärken und Schwachpunkte im Arbeitsablauf erörterten und vor allem kurz- und langfristige Lösungsvorschläge diskutierten. Angesichts des vielfältigen Themenspektrums liess sich nicht jeder einzelne Aspekt vertiefen. Es wurde aber eine solide Grundlage geschaffen für die Weiterentwicklung unserer Organisation in Zusammenhang mit der nun eingeleiteten Projektkooperation zwischen AdoleScER und dem Weltfriedensdienst/BMZ. Dazu trug auch die Moderation von Domingos Corcione bei, einem externen Berater mit über 20-jähriger Erfahrung in Analyse und Planung bei NGOs. (mehr...)

Das stets aufmerksame und zuvorkommende Hotelpersonal sorgte nicht nur für unser Wohlbefinden, es hatte auch tolle Überraschungen vorbereitet, die das Gemeinschaftsgefühl  stärkten. Am letzten Abend setzte es sogar die grosse Wasserrutschbahn in Betrieb. Viele der Jugendlichen waren zum ersten Mal in ihrem Leben bei einem solchen Vergnügen dabei. Die, die sich getrauten, fühlten sich als große Abenteurer, während die Zurückhaltenderen ihren Spaß als Zuschauerin oder Zuschauer hatten. Noch spektakulärer wurde es nach dem leckeren Abendessen und der anschließenden Verdauungspause: Ein Ritt auf dem elektrischen Stier stand auf dem Programm. Ob ganz kurz oder sehr lang, ob jung oder alt, ob Koordinatorin oder Peer Educator, jede(r) hat den Stier bei den Hörnern gepackt. Es war ein lustiger und ausgelassener Abend.

In den drei Tagen in Gravatá haben wir nicht alle erwünschten Antworten gefunden. Aber es sind viele wichtige Fragen gestellt worden. Das Treffen war ein weiterer bedeutender Schritt auf einem langen und sicherlich nicht einfachen Weg, der aber einmal mehr als richtig erkannt wurde und  nachhaltige Ergebnisse verspricht.
 
Lukas Moser

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