27.05.2009

Ein neuer Projektpartner und hochgesteckte Ziele

AdoleScER hat eine wichtige neue Etappe in Angriff genommen: Zusammen mit dem Weltfriedensdienst wird die Organisation in den nächsten Jahren weitere 100 jugendliche Peer Educators ausbilden und sie befähigen, nach und nach mehr Verantwortung für ihre Gemeinde und die Jugendzentren in den Projektstandorten zu übernehmen.

Der 4. Februar 2009 ist offizieller Beginn eines neuen Kooperationsvorhabens zwischen Grupo AdoleScER und dem Weltfriedensdienst e. V./BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit dem Titel „Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education“. Wenn wir hier von Partnern sprechen, wollen wir in diesem Zusammenhang auch den Förderkreis für Brasilien in Hochheim erwähnen, der sich ebenfalls mit großem Engagement an der Entwicklung dieses neuen Projektes beteiligt.

Unser Zeitlimit beträgt vorerst gut zwei Jahre, wobei jetzt schon klar ist, dass aufgrund der Komplexität des Vorhabens, eines verspäteten Beginns und situationsbedingter Gegebenheiten vor Ort eine Verlängerung der Projektdauer nötig sein wird. Aber zunächst wollen wir Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser hier kurz vorstellen, was geplant ist:
  1. Die vier Projektstandorte (Santo Amaro, Roda de Fogo, Caranguejo und Santa Luzia) sowie der Hauptsitz von AdoleScER werden erweitert bzw. renoviert, um den neuen Anforderungen zu genügen. 
  2. Insgesamt 100 neue Jugendliche - je 25 aus jedem Projektstandort -  werden für die Peer Educator-Ausbildung von AdoleScER ausgewählt und absolvieren den dreijährigen Kurs. 
  3. Die Fakultät für Psychologie der Bundesuniversität von Pernambuco UFPE begleitet dieses Vorhaben mit einer Studie über die Methode und Wirksamkeit der Peer Educator-Ausbildung im gegebenen Umfeld. 
  4. Die Jugendlichen übernehmen nach und nach auch die Verantwortung für die Leitung der Zentren in ihrem jeweiligen Projektstandort. Erwerbsbringende Maßnahmen ermöglichen im Laufe der Zeit die finanzielle Unabhängigkeit der Jugendzentren und beschäftigen sinnvoll und mit Gewinn einen Teil der Ausgebildeten. 
  5. Durch intensive Medien- und Öffentlichkeitsarbeit in Brasilien und im europäischen Raum wird der Bekanntheitsgrad von AdoleScER gesteigert und das Netzwerk zwischen Organisationen der Jugendarbeit sowie Unterstützern verbessert. Ein Handbuch über die  Peer-Educator-Ausbildung von AdoleScER wird erstellt und auch über Internet Interessierten zugänglich gemacht.

Die ersten drei Monate seit Projektbeginn sind vorbei, und eine erste Bilanz steht an. Viele Dinge mussten parallel in die Wege geleitet werden, was einen enormen zusätzlichen Arbeitsaufwand und großen Druck verursachte.  Das Mitarbeiterteam hat diese Belastungsprobe aber mit Bravour bestanden.

Damit alle Mitarbeitenden von AdoleScER diese Neuerungen, die das Projektvorhaben begleiten, nicht nur akzeptieren, sondern auch verstehen und mit tragen, veranstalteten wir noch Ende April ein Seminar (mehr...) mit allen Peer Educators, den ErzieherInnen und dem Leitungsteam. Die kurze Zeit wurde bestens genutzt: persönliche Auswertungsmomente wechselten sich mit solchen auf die Arbeitsbereiche bezogenen ab. Mit Präzision konnten Problempunkte genannt und mittel- bis langfristige Lösungen benannt werden. Mit Hilfe des Moderators Domingos Corcione begannen wir zudem, einer systemischen Auswertung von AdoleScER Raum zu geben. Anhand der Vorstellung des Begriffs von Nachhaltigkeit einer NGO, festgelegt an den drei Grundbedingungen  (die sozio-politische, die technische-administrative sowie die finanzielle Dimension), analysierten die TeilnehmerInnen diese für die Gruppe AdoleScER. Selbstverständlich handelte es sich bei dieser moderierten Interaktion um eine Akzentsetzung angesichts des nun begonnen Projektes, der weitere Momente strategischer und operativer Planung folgen müssen.

Gunde Schneider

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