03.04.2009

Damit sich alle wohlfühlen

Wer mit jungen Menschen arbeitet, steht immer wieder vor großen Herausforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass Leitungsteam, Fachkräfte und Peer Educators von AdoleScER regelmäßig miteinander über ihre Erfahrungen reden und sich auch um das eigene Wohlergehen kümmern.

Die monatlichen Treffen der Mitarbeitenden unserer Organisation unter dem Titel „Auch denen Sorge tragen, die sich um die anderen sorgen“ sollen Pädagogen und Peer Educators die Gelegenheit geben, zwischendurch einmal nicht die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt ihrer Gedanken und Aktivitäten zu stellen, sondern sich selbst. Solche Atem- und Besinnungspausen sind unentbehrlich im Bildungsbereich. Sie helfen mit, den Alltagsstress zu bewältigen, Ideen und Erfahrungen auszutauschen, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und neue körperliche und geistige Energie zur Bewältigung der vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben in den verschiedenen Quartieren zu gewinnen. Entspannungsübungen, Kreistänze und Meditation spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie Diskussionen über Probleme im Umgang mit schwierigen Situationen oder die gemeinsame Suche nach neuen Lösungsansätzen.

„Bei unserem Treffen im April begannen wir mit Massagen und Kreistänzen“, blickt der Peer Educator Antonio aus Santa Luzia zurück. „Wir bildeten Gruppen mit fünf Personen, eine legte sich hin und die anderen vier massierten sie. So war wirklich für alle gesorgt.“

Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls trug auch das Mittagessen bei. In kleineren oder größeren Gruppen setzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Gedankenaustausch fort, schilderten Erlebnisse aus ihren Standorten und erfuhren, wie Kolleginnen oder Kollegen aus dem Nachbarvierteln mit Schwierigkeiten umgehen. Ein Teil der Themen wurde dann am Nachmittag in der allgemeinen Aussprache vertieft. Antonio wäre es lieber gewesen, wenn der ganze Tag ausschließlich für die „Sorge um die Sorgenden“ zur Verfügung gestanden hätte und nicht auch noch administrative Fragen zu den einzelnen Wirkungsstätten von AdoleScER hätten behandelt werden müssen. Die Peer Educator Cilene aus Santa Luzia ist grundsätzlich gleicher Meinung. „Zudem“, so fügt sie hinzu, „fände ich es gut, wenn die Peer Educators einen Teil der Verantwortung für diese Treffen übernehmen würden, indem sie ebenfalls Aktivitäten anregen und durchführen, die dazu beitragen, dass sich alle wohlfühlen.“

 Mercia Andrade und Conceição Amorim

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