20.06.2008

Die JIM von der Ilha Santa Terezinha in Santo Amaro

Diesen Monat stellen sich die Jugendlichen aus der Gemeinde Ilha Santa Terezinha in Santo Amaro vor. Sie schildern, wie sie die Ausbildung zu Informationsmultiplikatoren erleben und welche ihre Lieblingsaktivitäten sind.

Alisson (12): Ich fühle mich  sehr wohl in der Gruppe AdoleScER, wo ich täglich neue Sachen lerne. Am besten gefällt es mir jeweils in der Theatergruppe, wo wir immer wieder neue Stücke inszenieren. Wäre ich nicht bei AdoleScER, würde ich meine Zeit auf der Strasse oder mit Video Games verbringen. Es tut mir gut, am abwechslungsreichen Unterricht und an den Aktivitäten zur Entspannung teilzunehmen. Ich stöbere auch gern in der  Bibliothek von AdoleScER herum.

Anderson (13):  Ich besuche bei AdoleScER am Montag den Computerunterricht und am Dienstag die Portugiesischlektionen sowie die Tanzstunden. Am Mittwoch meditieren wir jeweils, während wir am Donnerstag Theaterunterricht haben. Am Freitag steht  Allgemeinbildung auf dem Programm, im Moment behandeln wir gerade das Thema Jugend und Pubertät. Ich fühle mich sehr sicher und wohl bei AdoleScER. Ich bin aber auch bei mir zu Hause glücklich. Ich glaube, dass ich mich stark verändert habe. Ich bin nicht mehr schüchtern wie früher. Danke AdoleScER.

Bruna (14): Ich werde euch ein bisschen erzählen, was ich bei AdoleScER so mache. Ich habe hier sehr viel gelernt und mich dadurch in meiner Art zu denken, reden und handeln verändert. Ich fühle mich sehr wohl mit mir selbst! Ich nehme lieber an der Ausbildung von AdoleScER teil, als mich auf der Strasse herumzutreiben. Heute bin ich sogar freundlich mit meiner Mutter, von der ich mich früher immer sehr genervt fühlte.  Ich bin froh über die vielen Freundschaften, die ich hier bei AdoleScEr geschlossen habe. Ich mag die anderen JIM, die Peer Educators und auch die Koordinatoren.  Auch wenn wir ab und zu streiten: Wir sind eine Gruppe, die zusammenhält. Ich habe jetzt auch mehr Interesse an der Schule. AdoleScER war wie ein Lehrer für mich. Jetzt bin ich schon seit zwei Jahren dabei und hoffe, noch lange in dieser Gruppe bleiben zu können.

Cleberson (13):
Die Programme von AdoleScER, zum Beispiel der Theaterunterricht, gefallen mir sehr gut. Am wichtigsten finde ich die Portugiesischstunden, denn dort lerne ich sehr vieles, das mir weiterhilft. Ich glaube, dass ich manchmal ein bisschen ein Kindskopf bin und den Unterricht hie und da störe. Aber ich bessere mich langsam. Ich habe immer noch Hemmungen, wenn ich allein ein Thema vorstellen muss. Ich bin jetzt seit zweieinhalb Jahren bei AdoleScER, wäre ich nicht hier, würde ich auf der Strasse Unfug treiben.

Cristiano (13):
Ich lerne bei AdoleScER Theater, Tanzen, Portugiesisch, Allgemeinbildung und Ernährungsberatung. Daneben gehe ich jeden Tag zur Schule. Ich mag alle Aktivitäten, aber am liebsten das Theater. Unsere Peer Educators sind Tarciana, Jaqueline, Erickson und Derivalda. AdoleScER hat mein Verhalten verändert; vorher war ich immer auf der Strasse und habe die andern genervt.

Danilo (13): Ich bin jetzt in meinem zweiten Ausbildungsjahr bei AdoleScER. In dieser Zeit habe ich viel gelernt und viele meiner Zweifel überwunden. In der Gruppe habe ich die Peer Educators am liebsten, weil sie mir all die Aufmerksamkeit schenken, die ich brauche und auf die ich auch Anspruch habe. Von den Unterrichtsfächern gefallen mir die Theaterlektionen am besten. Ich habe schon immer davon geträumt, Schauspieler zu werden, und ich glaube daran, dass ich hier bei AdoleScER diesem Ziel näher komme. Nur weil ich arm bin, heiβt das nicht, dass ich im Leben nicht weiter kommen kann. Am liebsten verbringe meine Zeit in der Adoleteca (Anmerkung: eine Bibliothek, die die JIM zusammen mit den Peer Educators aufgebaut haben). Denn lesend lerne ich. Die Pädagogikstudentin Mirelle hat mit uns einen Buchstabierungs-Wettbewerb durchgeführt; ich habe zwar nicht genügend gelernt, aber dennoch gewonnen! Ohne AdoleScER wäre ich die meiste Zeit auf der Strasse und würde Sachen machen, die ich nicht sollte.  Jetzt glaube ich fest daran, dass ich im Leben etwas erreichen kann. Selbst wenn ich während der Ausbildungszeit bei AdoleScER nicht so weit kommen sollte, wie ich möchte, werde ich nicht aufgeben. Bevor ich zur Gruppe kam, war ich immer auf der Strasse, habe Sachen zerstört und auch sonst vieles falsch gemacht. Niemand mochte mich. Jetzt haben mich alle Nachbarinnen gern, und viele Menschen in meiner Umgebung halten mich für einen guten Freund.

Elivelton (13): Ich bin klein, schwarz und stark. Ich kam mit 12 zu AdoleScER und bin jetzt seit eineinhalb Jahren dabei. In dieser Zeit habe ich viel gelernt. In der Allgemeinbildung erfuhr ich vieles über die Pubertät, das ich nicht wusste. Dass es so etwas wie Meditation gibt, war mir völlig neu. Im Portugiesischunterricht mit Lúcia habe ich gelernt, was ein Slogan und was ein Logo ist. Zum Theaterunterricht mit Erickson und Jaqueline wollte ich am Anfang nicht hingehen, aber jetzt mag ich auch diese Stunden sehr. Früher trieb ich mich immer auf der Strasse herum. Meine Tante hat mich dann zuerst drei Jahre in Nachhilfekurse einer Kirche geschickt und danach  zu AdoleScER. Jetzt bin ich ein ruhiger Junge, aber nicht zu ruhig.
Gabriel (12): Ich nehme bei AdoleScER am Tanz- und Theaterunterricht, den Portugiesischlektionen und den Stunden über richtige Ernährung teil. Einiges habe ich schon gewusst, aber jetzt bin ich auf allen diesen Gebieten viel weiter.

Guilherme (10): Wissen Sie,  warum ich gern bei AdoleScER bin? Weil es so toll ist und ich an allen Aktivitäten gern teilnehme. Am besten gefallen mir der Tanz- und der Theaterunterricht. Ich gehöre erst seit einem Jahr zu AdoleScER. Ich lese sehr gern in der Adoleteca.

Jadson (12):  Als ich zu AdoleScER kam, war ich sehr schüchtern. Ich hatte Hemmungen bei allem, was ich machte. Wenn ich eine Frage stellen sollte, war es genauso, wie wenn ich eine Antwort geben musste. Jetzt habe ich damit keine Probleme mehr. Ich fühle mich wohl als JIM und habe die Leute hier sehr gerne. Ich mag alle Aktivitäten, am liebsten Portugiesisch, Theater und Ernährungsberatung. Ich habe alle Peer Educators gern und bin froh, hier zu sein anstatt auf der Strasse. Ich hoffe, mein Text gefällt euch. Tschüüüüsss.

Levi (14): Ich bin jetzt seit ein eineinhalb Jahre bei der Gruppe AdoleScER, und kann euch sagen, dass AdoleScER eine ernste Sache ist! Jede Aktivität verläuft genau nach Stundenplan. Wenn es Zeit zum Spielen ist, ist es Zeit zum Spielen, und wenn es Zeit zum Lernen ist, ist es Zeit zum Lernen. Das gilt für alle, und wir sind uns alle bewusst, worum es geht. Ich mache beim Tanzen, dem Portugiesisch, der Allgemeinbildung und der Ernährungsberatung mit.  Mir gefallen alle Aktivitäten, nur das Tanzen mag ich nicht so sehr. Jeder und jede in unserer Gruppe ist heute gebildeter und besser erzogen. Vielen Dank an alle!

Marcos (12):  Die Gruppe AdoleScER bietet viele gute Aktivitäten an. Ich schätze vor allem das Theater und habe das Gefühl, ein guter Schauspieler zu sein. Wir haben in unserem Viertel eine Bibliothek eingerichtet und sie Adoleteca getauft. Ich wurde gewählt, um sie zu verwalten.

Mayra (15): AdoleScER bedeutet mir sehr viel, denn hier habe ich die guten Seiten des Lebens kennen gelernt -  zum Beispiel in den interessanten Diskussionen über die Menschenrechte. Was ich hier im Verlauf eines Jahres gelernt und erfahren habe, wird mir mein ganzes Leben lang nützlich sein. Wir machen hier so faszinierende Sachen wie Volkstanz und Theater. Beim Theaterunterricht lernen wir Jugendlichen, Hemmungen abzubauen und ungezwungener zu sein. Wir haben ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Natürlich gibt es auch bei uns Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, aber es gelingt uns immer, unsere Probleme mit einem kühlen Kopf zu lösen. Wir sind wie eine groβe Familie. Zu ihr gehören die JIM, die Peer Educators, die Lehrkräfte und die Koordinatoren, aber auch viele Menschen, die uns aus der Ferne unterstützen. Menschen mit einem guten Herzen, die sich für unser Schicksal interessieren und gemeinsam mit uns versuchen,  eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.

Renan (14): Am Anfang war ich ein  schlechter JIM. Ich habe auch oft gefehlt. Aber die Peer Educators haben immer wieder das Gespräch mit mir gesucht, bis ich mich schlieβlich beruhigt habe. Jetzt schwänze ich nicht mehr. Ich habe mich  in der Gruppe stark verändert. Ich bin gewachsen und lerne immer besser, was richtig und was falsch ist. Die Peer Educators kümmern sich gut um mich. Wäre ich nicht bei AdoleScER, wäre ich entweder auf der Strasse oder zu Hause vor dem Fernseher.

Williams (14): Bevor ich zu AdoleScER kam, habe ich immer auf der Strasse herum gelungert. Oder ich saβ vor dem TV-Apparat,  verschlief den Tag oder suchte Streit mit irgendjemandem. Seit ich bei AdoleScER bin, hat sich vieles verändert und ich habe viel gelernt. Ich weiβ nun, wie ich mich richtig verhalten muss und wie ich meine Kenntnisse weitergeben kann. Ich bin jetzt ein JIM: ein jugendlicher Informationsmultiplikator! Ich halte mich für einen sehr ehrlichen und offenen Menschen, der den anderen alles direkt ins Gesicht sagt.

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