20.06.2008

Ernste Gespräche und heiteres Zusammensein

Fachkräfte, Peer Educators, Gesamtleitung und Hauspersonal von AdoleScER trafen sich am 12. und 13. Juni in Aldeia zu einem Auswertungsseminar. Die Zeit war knapp, aber bereichernd für alle.

Interne Auswertungsmomente gibt es bei AdoleScER regelmäßig monatlich und, je nach Bedarf auch häufiger, und zwar zwischen Mitarbeitern, Peer Educators und Jugendlichen in Ausbildung. Aber besonders spannend ist es, wenn wir die Möglichkeit haben, an einem ruhigen Ort die Arbeit in allen ihren Facetten und Bereichen in aller Offenheit zu diskutieren: über Themenauswahl, Programme, Methodologie, zwischenmenschliche Beziehungen, aber auch über logistische Fragen wie Verwaltung in den einzelnen Jugendzentren und am Hauptsitz, didaktisches Material, Imbiss und Transportprobleme. Zwei Tage versammelten wir (8 Fachkräfte, 16 Peer Educators und unsere 3 Mitarbeiter vom Hauptsitz) uns in einem Tagungszentrum ca. 10 km von Recife entfernt, im hügeligen Wald von Aldeia: eine wunderschöne Landschaft mit Obstbäumen und Wiesen, einem sauberen Bach. Einfache, aber zweckmäßige Infrastruktur und gesundes, reichhaltiges Essen machten uns den Aufenthalt zu einem speziellen Erlebnis. Selbst Tag- und Nachtmücken konnten uns nicht viel anhaben, denn wir hatten uns mit Schutzmitteln eingedeckt. Manch eine(r) klagte über die vielen Steigungen, die es zwischen den einzelnen Häusern des Zentrums zu überwinden gab, aber die Wege in tiefem Grün ließen die Müdigkeit bald vergessen.

Das übliche Dilemma der effizienten Zeiteinteilung, die allen Bedürfnissen und Notwendigkeiten (Auswertungssitzungen, gruppendynamischen Aktivitäten und Freizeit) gerecht werden sollten, konnten wir auch diesmal nicht ideal lösen: Die zwei Tage waren einfach zu knapp, dafür aber intensiv und bereichernd!

Die Besprechungen wurden zunächst in verschiedenen Gruppen mit entsprechend vorbereiteten thematischen Punkten durchgeführt. Erst am zweiten Tag wurden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und diskutiert. Sie sollen hier zusammengefasst werden:

Positive Resultate:

    * Es existiert bei allen eine große Zufriedenheit, was den Arbeitsauftrag bei AdoleScER angeht;
    * Die positive und schnelle Entwicklung der betreuten Kinder und Jugendlichen, vor allem ihre abnehmende Gewaltbereitschaft, wird von den Peer Educators und Fachkräften als besonders motivierend hervorgehoben;
    * Die klaren Themenvorgaben und hervorragenden Planungen jeder Aktivität werden als besondere Stärke der pädagogischen Arbeit von AdoleScER erwähnt;
    * Die Nähe zur Zielgruppe auch außerhalb der Arbeitszeit wird von den Peer Educators als wichtig für die Vertrauensbildung und als Basis für eine rasche Identitätsfindung zur Gruppe AdoleScER herausgestellt;
    * Steigende Anerkennung der Peer Educators in ihren Gemeinden sowie in anderen Organisationen;
    * Eine unbürokratische und flexible Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Leitung von AdoleScER;
    * Supervision von Fachkräften vor Ort ermöglicht Inputs und bei Bedarf schnelle Korrekturen.

Schwierigkeiten / Herausforderungen:

    * Unvollständige Einrichtungen der Jugendzentren vor Ort (fehlende PCs, audio-visuelle Geräte, Küchen- und sonstiges Mobiliar);
    * Anstehende Reparaturen an den Jugendzentren in den Projektstandorten, vor allem jetzt in der Regenzeit;
    * Hohe Arbeitsbelastung der Peer Educators, vor allem in Santa Luzia, wo nur zwei für alle Aktivitäten verantwortlich sind.
    * Die positiv hervorgehobene Nähe zur Zielgruppe wird andererseits auch als eine zusätzliche Belastung angesehen, da Arbeit und Freizeit häufig vermischt werden.

Die am Auswertungsseminar parallel durchgeführten Aktivitäten wurden durchweg positiv eingestuft, wenn auch mit einzelnen Einschränkungen: Für einige nahmen die Kreistänze zu viel Zeit in Anspruch, bei der auf der Wiese stattfindenden indianischen Tänze seien einige TeilnehmerInnen von Ameisen gebissen worden. Andererseits seien die Tänze eine ideale Vorbereitung auf die anschließende Baummeditation und die darauf basierende Selbstauswertung gewesen. Die Anwesenheit von drei Kleinkindern war phasenweise etwas anstrengend und muss für ein nächstes Treffen überdacht werden.

Abschließend sei hier allen gedankt, die zu diesem positiven Ergebnis beigetragen haben.

Gunde Schneider, Koordinatorin

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